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Inhaltsverzeichnis

Integriertes Wassermanagement (MA)

Wasser in Zentralasien

Die Verfügbarkeit von Wasser ist eine elementare Voraussetzung der Existenzfähigkeit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Als Grundlebensmittel kann es durch keinen anderen Stoff ersetzt werden. Zentralasien ist reich an Wasserressourcen, die jedoch sowohl zwischen als auch in den Ländern sehr ungleichmäßig verteilt sind. Der Bedarf an Wasser nach Zeitperioden, Regionen und Wirtschaftszweigen ist sehr unterschiedlich. Hieraus ergeben sich gegensätzliche Interessen bei der Wassernutzung, was zu erheblichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Spannungen sowie Konflikten führt, die die stabile Entwicklung der Region Zentralasien gefährden.

2007 hat die Regierung der Bundesrepublik Deutschland eine qualitativ neue Partnerschaft zwischen der EU und den zentralasiatischen Staaten initiiert. Wesentlicher Bestandteil dieser Partnerschaft ist die Zusammenarbeit im Bereich Ressourcennutzung und Umweltschutz. In der «Berliner Erklärung» von 2008 hat die deutsche Regierung eine «Wasserinitiative Zentralasien» ins Leben gerufen. Darin hat sich Deutschland verpflichtet, die zentralasiatischen Staaten durch Bereitstellung umfangreichen Know-hows bei der nachhaltigen Lösung von zwischenstaatlichen Konflikten im Wasserbereich und bei der Nutzung moderner Technologien rationeller Wasserbereitstellung und -nutzung zu unterstützen. Kernstück der deutschen Unterstützung ist die Einrichtung eines Masterstudienganges «Integriertes Wassermanagement» an der Deutsch-Kasachischen Universität Almaty in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin (FU).

Studiengangbeschreibung

Der Masterstudiengang baut auf Kenntnissen auf, die vorwiegend im Rahmen eines ingenieur-, agrar-, natur- oder geowissenschaftlichen Bachelorstudiums erworben wurden. Schwerpunkt des weiterführenden Studiums ist die Darstellung interdisziplinärer Fragen der Planung und Steuerung von Prozessen zur Bereitstellung, Verteilung und rationellen Nutzung von Wasserressourcen. Es werden spezielle Kenntnisse zu Technik von Wassersystemen, zu kulturellen, politischen, juristischen, ökologischen Fragen, die sich auf die Verteilung und -management in Zentralasien vermittelt. Ziel des Programms ist es, Fachleute heranzubilden, die befähigt sind, bei der Lösung dieser Probleme mitzuwirken. Einen Schwerpunkt bilden die Analyse vergleichbarer Wasserprobleme und deren Lösung in anderen Regionen der Welt. In die Lehrveranstaltungen werden umfangreiche Erfahrungen Deutschlands und anderer Länder im Bereich der rationellen Wassernutzung einbezogen. Interaktive Lehrmethoden und ein hohes Maß an Selbständigkeit der Studierenden bei der Erarbeitung der Studieninhalte zeichnen den Kurs aus.

Der Masterstudiengang wird als zweijähriges Vollzeitstudium an der DKU in Almaty durchgeführt. Im vierten Semester sind eine Abschlussarbeit zu erstellen und zu verteidigen sowie eine mündliche Abschlussprüfung abzulegen.

Fachlich wird der Studiengang von der international renommierten Freien Universität Berlin (FU) getragen, die über langjährige Erfahrung in der interdisziplinären Ausbildung im Wassermanagement, darunter in Zentralasien, verfügt. Gemeinsam mit Spezialisten von der FU vermitteln Experten verschiedener in Zentralasien im Wassermanagement tätiger deutscher (z. B. Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ) und zentralasiatischer Organisationen (z. B. Fonds zur Rettung des Aralsees) fundiertes theoretisches Grundlagenwissen und konkret anwendbares Praxiswissen. Die Studierenden haben somit die Möglichkeit, bereits während des Studiums Kontakte mit den im Wasserbereich in Zentralasien tätigen Organisationen anzubahnen.


Studienfächer

Zu den wichtigsten Spezialisierungsfächern gehören:

  • Methodik der Feldforschung,
  • Konstruktion und Funktion von Wasseranlagen,
  • Wassersysteme und Klima,
  • Datenerfassung und –auswertung,
  • Projektmanagement,
  • Wasserpolitik und Wasserrecht,
  • Integriertes Wasserressourcenmanagement,
  • Wasserökonomie,
  • Wasserversorgung und Wasserentsorgung.

Berufsperspektiven

Die Absolventen des Master-Studiengangs sind nach europäischen Standards für Führungspositionen im Bereich Wassermanagement qualifizierte Spezialisten. Sie verfügen über ausgeprägte interdisziplinäre Kompetenzen für die Region Zentralasien und haben vielfältige Berufschancen in der öffentlichen Verwaltung (Ministerien, Komitees, Kommunen), in Unternehmen der staatlichen, kommunalen und privaten Wasserversorgung, in nationalen und internationalen Verbänden und Nicht-Regierungsorganisationen, in Hochschulen sowie im weiten Bereich des Natur-,Umwelt- und Ressourcenschutzes. Schrittweise entstehen neue Berufsmöglichkeiten auf dem Gebiet kommunaler, regionaler und internationaler Politik- und Projektberatung.

Zulassungsvoraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung ist ein guter oder sehr guter Abschluss eines natur-, agrar- oder ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudienganges in einem der zentralasiatischen Länder. Bei Vorhandensein mehrjähriger Berufserfahrung im Bereich Wasserressourcen werden auch Absolventen wirtschafts- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge zugelassen.

Formale Zulassungsbedingungen


  • Mit den genannten Dokumenten ist bis zum 5. Juli ein Essay (maximal 2 Seiten, Schrift Times New Roman, Größe 12) zum Thema „Zum Wesen des Wasserproblems in Zentralasien und prinzipielle Wege seiner Lösung“
  • Mündliche Zulassungsprüfung im August

Es stehen folgende Gesprächsthemen zur Auswahl:

  • „Wasserressourcen in Ihrem jeweiligen Heimatland und Fragen ihrer rationellen Nutzung“,
  • „Aktuelle Fragen der Wassernutzung in Zentralasien “
  • „Nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen in Zentralasien oder Ihrem jeweiligen Heimatland“
  • „Geographie der Wasserressourcen in Zentralasien“
  • „Politische und soziale Aspekte von Wasserbereitstellung und – nutzung“

Dauer des Studiums

2 Jahre

Unterrichtssprachen

Überwiegend Englisch (mind. 70 Prozent) und Russisch. Für Studierende mit Deutsch-Sprachkenntnissen wird fakultativ und studienbegleitend „Deutsch als Fachsprache“ angeboten.

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